Duocarns online lesen: Duocarns – Edoculus Folge 30

Jede Woche neu: Eine Folge von Pat McCraws Duocarns – Edoculus. Heute wird David mit einem unvermittelten Outing konfrontiert.
Das komplette Buch wird im Sommer 2015 erscheinen.

davidSie waren nun schon so viele Zyklen auf Sublimar. Terv ging wie gewöhnlich jeden Morgen in die Höhlen, um zu lesen und David schrieb an seinem Buch oder bastelte Bilder aus den getrockneten Blättern und Pflanzen, die er in der Umgebung sammelte. Das bereitete ihm Freude und ihr Zelt hing inzwischen schon voll von seinem farbfreudigen Kreationen. Sogar Diva hatte sich ein Werk von ihm erbeten, was ihn ungeheuer stolz machte. Oft hatte er Dan und Ghi mit auf seine Exkursionen genommen, denn er hielt es für wichtig, dass sie Sublimar kennenlernten. Beim Durchstreifen der Wälder war ihm aufgefallen, dass diese seit Divas Erweckung viel gesünder und kraftvoller aussahen. Die Anwesenheit und Arbeit des cavernischen Volkes tat der sublimarischen Umwelt gut.
Zufrieden stieg David aus dem hölzernen Badezuber. Die Caverner, sehr um sein Wohnergehen besorgt, hatten diesen gebaut, in eine Zeltecke geschleppt und füllten ihn jeden Tag mit heißem Wasser, lächelnd und zuvorkommend. Die völlig gleichen Wesen sprachen meist mit ihrer Mimik und Blicken, und wenn sie einmal etwas laut sagten, hatte David das Gefühl, als wehten die Worte wie ein sanfter Wind durch sein Gehör.
»David?« Dandylon, der mit seinem Bruder vor dem Computer saß, wandte sich um. »Darf ich irgendwann einmal die Wanne benutzen?«
»Au ja! Ich auch!« Ghi riss begeistert die Augen auf.
»Warum nicht? Noch ist das Wasser heiß. Rein mit euch.«
Die Jungen sprangen auf. Wie schnell sie gewachsen waren. Sie wirkten inzwischen wie zehn- oder zwölfjährige Erdenkinder. David hatte es aufgegeben, zu versuchen, die unterschiedlichen Zeiten zwischen den Planeten bestimmen zu wollen. Er trocknete sich ab und sah den Kindern zu, wie sie ihre Gewänder aus zerfledderten Pilzfäden abstreiften und in die Wanne kletterten. Ihre schlanken Knabenkörper schimmerten wie weiße Perlen im dämmrigen Licht des Zeltes.
Amüsiert lächelte David über die begeisterten Laute der beiden, die sich sofort um den besten Platz balgten. Das Wasser schwappte über den Rand und versickerte im Sandboden.
»Wascht ihr euch denn sonst nicht?«, fragte er auf Englisch.
»Doch.« Ghibran stieß seinen Bruder mit den Ellenbogen, um sich Platz zu verschaffen. »Aber unten gibt es bloß kleine Rinnsale, die durch die Baumwurzeln fließen. Baden tut dort niemand.« Sein Englisch war nahezu perfekt.
Nachdenklich streifte David sich ein gelbes Serica-Gewand über. Er hatte sich wegen der Unterweisung der Jungen mit Tervenarius gestritten, denn sie gingen inzwischen lieber bei ihm zur Schule, statt sich im Raum des Edoculus dessen Lehren ihr Volk betreffend, anzuhören. Schließlich waren sie übereingekommen, dass die Brüder vormittags oben im Zelt sein durften und am Nachmittag von Terv unterrichtet wurden. David hasste es, sich mit seinem Liebsten zu streiten. Nach wie vor waren sie unterschiedlicher Meinung die Erziehung der Kinder betreffend. David wollte ihnen einen großen Horizont vermitteln, sie »nicht dumm halten«, wie er es ausdrückte, während Terv immer wieder die Pflichten ihrem Volk gegenüber hervorstrich.
»Terv«, hatte David im Laufe der Diskussion gesagt. »Solange unklar ist, wo die Bolataren geblieben sind, wird Dandylon keine Prinzessin begatten. Irgendwann sind die Caverner ausgestorben. Warum willst du sie auf ein Schicksal vorbereiten, das sie niemals werden erfüllen können?«
»Und genau deswegen forsche und lese ich«, David«, hatte er geantwortet. »Ich weiß inzwischen, dass die Aurifex die Caverner nach Sublimar gebracht haben. Die hohen Hüte gehörten ihnen. Danach verliert sich ihre Spur. Durch die Funde der Goldhüte auf der Erde ist ebenfalls klar, dass sie auch dort gewesen sein müssen. Der Name Aurifex kommt von »Aurum«, was Gold bedeutet. Da das alles bereits in der irdischen Eisenzeit geschah, ist natürlich schwierig nachzuvollziehen, was genau passiert ist. Ich denke, dass die Aurifex Gelehrte und Magier waren, die die Möglichkeit hatten zwischen den Galaxien zu reisen. Ich werde deshalb Solutosan rufen, und ihm meine bisherigen Erkenntnisse unterbreiten. Vielleicht kann er Licht in die Sache bringen.«
Versonnen betrachtete David Ghi, der seinem Bruder Wasser ins Gesicht spuckte und dann fröhlich lachte. Solutosans Theorie war nicht ganz abwegig gewesen. Er hatte ihnen von »Den Alten« erzählt, einem uralten Volk, das vor Urzeiten zwischen den Sternen gewandert war und Frieden gestiftet hatte. Solutosan, sein Vater Pallasidus und auch Ulquiorra entsprangen dieser Linie. Ob Aurifex ein anderer Name für diese Energetiker und Sternenwanderer gewesen ist?
»Was denkst du? Bist du traurig?«, fragte Dan, der tropfnass vor ihm stand.
»Mir geht es gut. Wir werden weiter erforschen, was in der Vergangenheit geschehen ist, um euch eine Zukunft zu schaffen«, antwortete David ernst und hielt ihm das Handtuch hin. »Wir müssen herausfinden, wo die Bolataren geblieben sind. Ohne sie haben die Caverner keine Chance. Du wirst sonst niemandem dein Wissen weitergeben können, Ghi, und du, Dan, hast keine Prinzessin, um sie zu ehelichen.«
Dandylon nahm das Tuch von David entgegen, um sich abzutrocknen. Er schien verlegen.
»Ich will gar kein Edoculus werden, David«, tönte Ghibran aus der Wanne. »Ich will auch reisen und alle Welten sehen!«
»Und ich möchte keine Prinzessin«, bekannte Dandylon.
Erstaunt sah David ihn an. »Aber warum denn nicht?«
»Weil … weil ich so bin wie du und mein Vater«, erwiderte Dan. »Ich glaube, ich liebe dich.«

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Duocarns – Die fantastischen Sternenkrieger Collection 1-3

Lies die Duocarns Serie von Anbeginn. „Duocarns – Die fantastischen Sternenkrieger“ Collection 1-3 enthält die ersten drei Bücher.
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